05/2010
Mit diesen Themen:

Wein und Kultur -
in der Toskana des
Ostens

Frauen und Helden
Max Klinger in Apolda


Im Fluss der Erinnerung
20 Jahre Deutsche Einheit


Ein Rektor schreibt
Geschichte

150 Jahre Bauhaus-
Universität Weimar

Zeitraum:

10/2010 - 11/2011

Auflage:

5000

Seitenzahl:

64

Preis:

3,50€

Chefredakteur:

Julia Roßberg

Inhalt dieser Ausgabe

Zwanzig Jahre sind vergangen, seit die „friedliche Revolution“ auch durch unsere Region fegte und sich für eine freiere Entfaltung individueller Persönlichkeiten stark machte, vorneweg auch die Gilde der Künstler, Musiker, Schauspieler und Schriftsteller. Zeit, einmal nachzufragen, wie zwanzig Jahre später die damaligen und gegenwärtigen Befindlichkeiten sind. Im Fluss der Erinnerung geht Doris Weilandt nach zwanzig Jahren deutscher Einheit auf Spurensuche nach unserer Erinnerungskultur, der Fotograf Claus Bach und die Stadtarchive öffneten ihr Fotoalbum mit der Frage „Erinnern Sie sich?“. Anna Schürmer betrachtet die „Musikalische Wende“, Doris Weilandt erinnert an die rasante Entwicklung der „kreativsten Theaterruine Deutschlands“, dem Jenaer Theaterhaus und im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten und Dichter Hans-Jürgen Döring war Nancy Hünger. Aktuelle Erinnerungsbücher hat sich Hans-Joachim Föller für uns angesehen und Jens Haentzschel beschäftigte sich mit der Wiederentdeckung der Thüringer Gartenkultur.

 

In „ vino veritas est“ wussten bereits die alten Römer und zu dieser Wahrheit gehört, dass eine einzigartige Kulturlandschaft wie diejenige Mittelthüringens ohne den Weinbau kaum zu denken ist. Toskana des Ostens wird das Weinbaugebiet nördlich von Weimar heute liebevoll genannt und tatsächlich gehen hier Geschichte, Kultur und Landschaft eine ähnlich stimmige Symbiose ein, wie bei ihrem italienischen Vorbild, wie Anke Schleenvoigt in unserem Leitartikel eindrucksvoll beschreibt. „Wein ist die Poesie der Erde“ (Mario Soldati) und „Wein macht das Gehirn sinnig, schnell und erfinderisch“ (Shakespeare). Vielleicht ist dies der Grund dafür, dass die Region seit Jahrhunderten Gelehrte, Künstler, Wissenschaftler und Literaten in einer Intensität anzieht, die ihresgleichen sucht. Dazu gibt es viele Geschichten zu erzählen: von einer 1.000 jährigen Tradition, von Mönchen, Handwerkern und der Blütezeit des Thüringer Weinbaus ebenso wie von seinem Niedergang in der Mitte des 20. Jahrhunderts; von den Winzern und Weinköniginnen, den Hobbywinzern am Käutzchenberg und von Weingärten am Erfurter Dom sowie dem rasanten Aufschwung der letzten zwanzig Nachwendejahre! Und natürlich auch von Goethe, der seinen Faust laut ausrufen lässt: „Es lebe die Freiheit! Es lebe der Wein!“

 

Beides – und hier schließt sich der Kreis – hat sich im zwanzigsten Jahr der deutschen Einheit sichtbar prächtig entwickelt und belegt, dass Kultur und Wein aufs trefflichste zusammengehören. Denn „Wein ist der Spiegel unsres bunten Lebens“ (Omar Chajjâm 1048–1131).

 

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen das Kulturjournal-Team!

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